Mein Wanderreithut Teil 2

Möglicherweise warten einige von euch gespannt auf die Bilder meines Wanderreithelmhut. Da sind wir in gleicher Erwartung! Ich habe ihn nämlich noch nicht erhalten.

Kurz nach der Bestellung bekam ich Bescheid, dass diese Spezialanfertigung gut und gerne 6 Monate Zeit braucht. Mit dieser Mitteilung habe ich die Rechnung bekommen, deren Bezahlung als definitive Auftragsbestätigung gilt. Wen es interessiert, wieviel dieser Wanderreithelmhut kostet, kann mich via Mail kontaktieren.

Ich nehme an, dass ich im Februar den Wanderreithelmhut bekommen werde. Und dann gibt es bestimmt Fotos und eine kleine Dokumentation.

Alles Brille oder was...

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf den Wanderritt bin ich auf folgende Herausforderung gestossen: Alterssichtigkeit! Die Buchstaben werden immer kleiner und lassen sich für mich von blossem Auge kaum mehr lesen. Beim Zeitung lesen oder so ist das nicht so schlimm. Dafür gibt es Lesebrillen. Aber beim Wanderreiten ist das nicht so einfach. Denn wenn man einen Helm auf dem Kopf hat, lässt sich eine Lesebrille nicht so schnell anziehen, wenn man auf der Karte den Weg sucht. Zudem ist es überhaupt nicht praktisch, eine Lesebrille während dem Reiten mit einem Bändel um den Hals gehängt mitzuführen! Ich besprach diese Herausforderung mit einer Kollegin, welche Optikerin ist. Sie riet mir, es mit einer Kontaktlinse für das schwächere Auge zu probieren. Das tat ich. Ich musste also zuerst lernen, wie man eine Kontaktlinse einsetzt und auch wieder herausnimmt. Das ist gar nicht so einfach. Und ich bin in solchen Angelegenheiten nicht allzu geduldig... Aber ich wollte es können und übte und übte, bis das Einsetzen ziemlich flink ging. Weiter musste sich mein Hirn an die neue Situation gewöhnen, dass das linke Auge für die Nähe zuständig ist und das rechte Auge die Weite erspähen kann. Das klappte ziemlich schnell sehr gut, wenn ich in der Schule, zu Fuss oder mit dem ÖV unterwegs war. Beim Autofahren wurde es sehr anstrengend, wenn ich zum Beispiel in einen Tunnel fuhr und sich die Lichtverhältnisse änderten. Beim Reiten wurde es anspruchsvoll, wenn ich zum Beispiel in einen Wald ritt und sich Sonne und Schatten abwechselten. Dann wurde es mir sogar schwindelig. Fazit: Nicht geeignet für den Wanderritt.

Ich besprach es mit meiner Kollegin. Und nun tüfteln wir aktuell an einer Sonderlösung herum: Eine herunterklappbare Lesebrille, welche am unteren Rand des Reithelms befestigt werden kann. Du musst dir das wie eine Sonnenblende im Auto vorstellen: bei Bedarf runterklappen J. Und weil der Helm in meinem zukünftigen Wanderreithelmhut identisch mit dem jetzigen Reithelm ist, können wir diesen Prototypen demnächst entwickeln und testen. Ich bin ja gespannt, wie das dann wird.

Gesamtgewicht der Zuladung beim Wanderreitpferd

... tönt ja eigentlich klar. Das Gewicht, das beim Wanderreiten zusätzlich dazukommt. Also zusätzlich zu Reitperson und Sattel. Für die Packtaschen samt Inhalt rechne ich für den langen Wanderritt vom Sommer 21 mit einem ungefähren Gewicht von ca. 12-15 Kg. Je nach Luxusartikel, welche ich mitnehmen möchte.

Nun war es bis vor ganz vielen Monaten so, dass ich mein eigenes (Über)Gewicht und meine mangelhafte Kondition, welche sicher auch mit meinem Gewicht zusammenhing, sowie die gesundheitlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen und ähnliches eigentlich ausblendete. Wie Vogel Strauss, Kopf in den Sand, es wird schon irgendwie gehen und gut kommen.

Im Mai 20 war die Einsicht mehr als reif, dass mein liebes Pferd unmöglich für das zusätzliche Gewicht vom Gepäck alleine zurecht kommen muss. Und so beschloss ich, dass für mindestens jedes Kilo Gepäck Speck von meinen Rippen weg muss. Im Juni begann ich dann mit meinem Vorhaben und ich schenkte mir zu meinem Geburtstag ein Gewichtscoaching. Und so bin ich seit gut einem halben Jahr dran, Wohlstandsspeck loszuwerden. Das klappt gut. Mittlerweilen habe ich 13 Kilo weg. Mit dieser Gewichtsreduktion bin ich nahezu alle Wehwehchen und sogar meine teils heftigen Rückenschmerzen losgeworden. Zudem bin ich viel fitter geworden und habe mehr Ausdauer, auch mental. Das macht Spass!

(Verfasserin: Ursula Kislig)